Zur alten Brauerei

Das Böhmische Brauhaus war eine Brauerei in Berlin.

Das Böhmische Brauhaus war eine Brauerei in Berlin. Die Brauerei wurde 1868, nach dem Vorbild eines böhmischen Musterbetriebes, vom Juristen Armand Knoblauch (1831–1905) als Familienbetrieb gegründet und galt Zeit ihres Bestehens als äußerst moderne Brauerei, die mit dem Einsatz neuester Technologien arbeitete. 1870 wurde das erfolgreiche Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt. Die Produktion konnte daraufhin in sieben Jahren von 20.000 auf 200.000 Hektoliter jährlich gesteigert werden, womit das Unternehmen einer der Spitzenproduzenten im Raum Berlin war. 1898 wurde vom Böhmischen Brauhaus das erste Biertransportauto in Berlin eingesetzt. Zehn Jahre später entstand mittels Preisausschreiben der noch heute benutzte Markenname Pilsator für das Bier nach Pilsner Brauart. Im Jahr 1910 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und fusionierte nach dem Ersten Weltkrieg mit der Löwenbrauerei zur Löwenbrauerei-Böhmisches Brauhaus. Die Produktion konnte bis 1938 auf 420.000 Hektoliter gesteigert werden.
Das noch erhaltene denkmalgeschützte Gebäude besteht aus dem im Jahr 2001 restaurierten und mit Büros und Gewerberäumen ausgestatteten Brauhaus, sowie dessen anliegendem Sudhaus und Maschinenhaus, welche heute verfallen und teilweise stark verändert oder entkernt sind.
Das Sudhaus wurde in den Jahren 1868 und 1869 errichtet. Die weiteren Gebäude der Brauerei wurden in den 1870er und 1880er Jahren erbaut. Dazu gehören drei miteinander verbundene zwei- und dreigeschossige Kellergewölbe mit einer Fläche von mehr als 3000 Quadratmetern, die zuerst überwiegend als Eiskeller dienten. Durch den Einsatz einer Kältemaschine der Linde AG im Jahr 1883 wurde der Eiskeller nun zu gewöhnlichen Lagerräumen umfunktioniert.
Im Jahr 1893 erwarb die Brauerei das angrenzende südliche Grundstück, worauf 1898/99 eine fünfgeschossige pneumatische Mälzerei nach Plänen des auf Brauereien spezialisierten Architekten Arthur Rohmer erbaut wurde. Die Architektur der Wand- und Fenstergestaltung besteht aus einer mit teilweise schwarz glasierten Ziegelornamenten aufwändig ausgearbeiteten, neoromanischen Fassadengliederung mit Rundbogenfriesen und Blendarkaturen.
Mehrere Brände sowohl im Unter- als auch im Obergeschoss führten zu größeren Schäden an Teilen des Gebäudes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in dem stark zerstörten Komplex kein Bier mehr erzeugt. Der Lagerkeller wurde 1952 bis 1992 von der Berliner Weingroßkellerei genutzt und bildete das größte Weinlager der DDR. Im Mälzereigebäude befand sich ein Lager des Großhandelskontor Schuhe. In den 1970er Jahren wurden auf dem Gelände mehrere Werkstätten und Lagerflächen eingerichtet, sowie ein Umspannwerk gebaut.
Das ehemalige Sudhaus war unter anderen Sitz eines Sportvereins . Bis 1978 wurden zwei Sporthallen mit Unterstützung des Magistrats und der Trägerbetriebe ausgebaut. Nach der Wende gingen die Sportstätten in Treuhandbesitz über und wurden Ende 1990 vom Bezirksamt Friedrichshain übernommen. Genutzt wurden sie noch bis 2001.
Von 1999 bis 2001 wurde die Mälzerei restauriert. Es entstanden moderne Loftflächen, Büros, Gastronomieeinrichtungen und Gewerberäume.
Direkt angrenzend befinden sich noch immer die weiteren, teilweise stark verwitterten Gebäude der Brauerei. Quelle Wikipedia

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