Zum Eierhäuschen

Zum Eierhäuschen

Das Eierhäuschen war ein beliebtes Berliner Ausflugslokal gegen Ende des 19. Jahrhunderts und ist der Schauplatz eines Kapitels des Romans „Der Stechlin“ von Theodor Fontane.

Es befindet sich am Rande des Plänterwalds direkt am Ufer der Spree. Die Geschichte des eigentlichen Ausflugslokals beginnt mit der Errichtung eines Stapel- und Lagerplatzes um 1820, zu der sich 1837 eine Schifferkneipe gesellte. Über die Entstehung des Namens des Lokals “Zum Eierhäuschen” gibt es zwei Theorien: Entweder weil der Wächter der Ablage nebenbei Eier an die Spreeschiffer verkaufte, oder weil der Preis bei einem örtlichen Ruderwettbewerb aus einem Schock, gleich 60 Stück, Eier bestand, wurde die Spreeschönheit “so sonderbar benamst”, wie es bei Fontane heißt.
1869 brannte das Restaurant erstmals ab. Der Pächter ließ es als Fachwerkbau neu errichten. Der Bau ging 1876 in den Besitz der Stadt Berlin über und brannte 1890 erneut ab. Nach Entwürfen von Karl Frobenius wurde die heute noch existierende dritte Version 1890 bis 1892 gebaut. Ende des Ersten Weltkriegs war Wilhelm Andree der Inhaber des stets stark besuchten Lokals, das auch zur DDR-Zeit bis Anfang der 70er Jahre zu den beliebtesten Ausflugsgaststätten im Norden des Stadtbezirks Treptow zählte. Teile des Eierhäuschens waren zeitweilig Requisitenkammer des Fernsehfunks, das 1973 noch einmal teilrestauriert wurde und 1991 aufgrund der Abwicklung des VEB Kulturparks Plänterwald geschlossen wurde.
Als hinderlich für eine Reaktivierung des Eierhäuschens erweist sich die noch aus Zeiten des VEB Kulturparks fortbestehende Zuordnung der Gaststätte zur Liegenschaft Spreepark, obwohl sie außerhalb dessen Einzäunung liegt.
Die Bilder entstanden 2013

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