Waggonaufzug – verlassen und vergessen

Waggonaufzug

Der Waggonaufzug ist eine Hebebühne für Eisenbahnwaggons.

Ein Waggonaufzug ist sehr seltene technische Einrichtungen, da sie für den reibungslosen Betriebsablauf einer Eisenbahn zu langsam sind.

1871 verlegte die Unternehmer Julius Moeller und Clemens Schreiber ihren Firmen Sitz von Berlin nach Eberswalde. Sie hatten eine Maschine für die Fertigung von Hufnägeln erfunden. Diese wurden bis dahin in Handarbeit geschmiedet. Das Unternehmen war sehr erfolgreich und entwickelte sich zum in Deutschland marktführenden Unternehmen.

Im Jahre 1906 wurde der Waggonaufzug von Borsig in Berlin entwickelt und ging 1908 in Betrieb. Der Aufzug konnte Waggons mit ca. 30 Tonnen Gesamtgewicht befördern. Der Höhenunterschied zwischen der unteren und oberen Plattform beträgt 6 Meter. Die Auffahrt dauerte ca. 15 Minuten, die Abfahrt ca. 5 Minuten.
Diese Transporte wurden mit Hilfe von Gegengewichte auf beiden Seiten des Aufzuges und eines elektrohydraulische Antriebs bewältigt.
Der Waggonaufzug war über Drehscheiben und Gleise mit dem Werk und dem Bahnanschluss verbunden.

Durch die Witschaftskriese in den 1920er Jahren und wachsender Konkurrenzdruck wude das Werk verkauft und 1926 stillgelegt. Das Gelände wurde nun von der Reichsbahn bis 1939 und dann bis 1945 von der Wehrmacht genutzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde auf Anweisung der sowjetischen Verwaltungsbehörde das Werk wieder in Betrieb genommen. 1971 wurde der Betrieb wieder stillgelegt. Der Waggonaufzug wurde bis zu diesen Zeitpunkt genutzt. Die Gebäude des Werkes sind inzwischen abgerissen. Der Aufzug wird leider nicht erhalten und verfällt.

Quelle Wikipedia