Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte des ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen besteht aus den Räumlichkeiten der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR, die von 1951 bis 1989 in Weißensee bzw. Hohenschönhausen in Betrieb war.

Dort wurden vor allem politische Gefangene inhaftiert und physisch und psychisch gefoltert.Heute existiert an gleicher Stelle eine Gedenkstätte als Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland.
Das Gelände des späteren Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen gehörte bis 1938 dem Maschinenfabrikanten Heike. Im Mai 1945 richtete das sowjetische NKWD auf dem Gelände ein Speziallager ein, die Nr. 3 von zehn Lagern in der Sowjetischen Besatzungszone. In diesem Lager waren bei einer Durchschnittsbelegung von 1800 Häftlingen (Höchstbelegung: 4000 bis 5000) insgesamt etwa 20.000 politische Häftlinge und andere für die Sowjetunion verdächtige Menschen inhaftiert und wurden von hier auf die anderen Speziallager verteilt.
In dem unterirdisch gelegenen Lager- und Kühlraum der ehemaligen Großküche mussten Gefangene im Winter 1946/47 ein Zellengefängnis errichten. Es wurden 60 fensterlose Zellen geschaffen. Das Inventar dieser feuchten und zum Teil unbeheizbaren Kammern bestand aus einer Holzpritsche und einem Kübel für Fäkalien. Weil in den Zellen Tag und Nacht Licht brannte, ständig das Geräusch der Belüftungsanlage hörbar war und die Häftlinge sich „abgetaucht“ fühlten, nannten sie das Gefängnis „U-Boot“.
Im Sommer 1951 übernahm das 1950 gegründete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Kellergefängnis als zentrale Untersuchungshaftanstalt.In den späten 1950er Jahren wurde direkt daneben ein neues Gefängnis errichtet. Nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 1961 diente das Kellergefängnis überwiegend Lagerzwecken.
Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 diente es unter anderem als Haftanstalt für Menschen, die fliehen („Republikflüchtlinge“) oder ausreisen wollten, und auch für Kritiker der SED wie Rudolf Bahro, den Schriftsteller Jürgen Fuchs oder die Malerin Bärbel Bohley. Auch nach der unmittelbaren Nachkriegszeit waren dort noch gelegentlich Nazi-Kriegsverbrecher wie z. B. Heinz Barth und Josef Blösche inhaftiert. Die physische Folter als Methode der Geständniserpressung wurde nach Stalins Tod 1953 abgeschafft. Man ging allmählich von direkten, körperlichen Folterungen über zur psychologischen Zermürbung der Häftlinge.
Mit der Wende und friedlichen Revolution in der DDR wurde am 17. November 1989 das Ministerium für Staatssicherheit von der reformkommunistischen Regierung Modrow in das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) umgewandelt. Am 14. Dezember beschloss der Ministerrat auf Druck der demokratischen Bürgerbewegung und unter dem Einfluss des Zentralen Runden Tisches die Auflösung des AfNS und damit aller Untersuchungsgefängnisse. Die Gefängnisabteilungen gingen in die Verwaltung des Ministeriums des Innern der DDR über. Die letzten Gefangenen wurden im Frühjahr 1990 entlassen. Das Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen selbst wurde offiziell am 2. Oktober 1990 geschlossen und an die West-Berliner Justizverwaltung übergeben.
Nach der Friedlichen Revolution blieben die Gebäude und Einrichtungen des Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen weitgehend im Originalzustand. So wurde 1994 eine Gedenkstätte eingerichtet. Besucherreferenten, zumeist ehemalige Häftlinge, führen die Besucher durch die verschiedenen Gebäude.
(Quelle Wikipedia ) mehr Infos auch www.stiftung-hsh.de/

 

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