Die Vitzenburg – das Schloss über der Unstrut

Schloss Vitzenburg

Schloss Vitzenburg ist ein Renaissance- und Neorenaissanceschloss an der Unstrut das auf eine wohl im 9. Jahrhundert gegründete Burg zurückgeht.

In dem zwischen 881 und 899 entstandenen Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld werden sowohl der zehntpflichtige Ort als auch die Vitzenburg selbst erstmals urkundlich erwähnt. Zur Größe und Gestalt dieser frühen Burg ist jedoch nichts bekannt.
Vor 991 gründeten der Edle Brun und seine Frau Adilint ein Frauenkloster. Das Nonnenkloster lag innerhalb der Burg, die weiterhin Bestand hatte.

Den Pegauer Chroniken zufolge soll der vornehme und reiche Vizo de Vizemburch noch kurz vor seinen Tode seine Güter einschließlich von Burg und Kloster an seinen Verwandten Wiprecht von Groitzsch übertragen haben. Laut der Chronik musste Wiprecht gegen den zunehmenden Sittenverfall der Klosterinsassinnen einschreiten. Er soll daraufhin die Nonnen aus dem Kloster verwiesen haben und an der Unstrut ein neues Kloster gegründet haben, es mit Mönchen besetzt und ihm die Güter des Nonnenklosters überwiesen haben. Nach dem Tode Wiprechts gelangte die Burg in den Besitz der Wettiner. Ab den 1160 er Jahren erscheinen eine Reihe von Edelfreien und Ministerialen, die sich nach der Burg benennen.

Im Weißenfelser Vertrag von 1249 wurde festgelegt, dass alle in der Landgrafschaft gelegenen und neu aufgeführten Burgen zu zerstören seien. Unter diesen wird auch die Vitzenburg genannt. Der Umfang dieser Zerstörung und die Gestalt der Burg am Ende des Hochmittelalters ist jedoch nicht bekannt.

Laut einer Urkunde aus dem April 1302 befand sich die Vitzenburg im Besitz des Heinrich Schenk genannt von Vitzenburg.
Gerhard, Edler Herr zu Querfurt, erwarb die Burg für seinen Sohn Bruno III. von dem hochverschuldeten Rudolf Schenk von Vitzenburg. Mehrer Jahre wurde die Burg von verschiedenen Adligen bewohnt. Bis sie am 15. Mai 1464 an Hans von Selmenitz verkauft wurde.
Aufgrund der wirtschaftlichen Missstände und der hohen Verschuldung mussten die Gebrüder von Semnitz im Jahre 1521 die Vitzenburg an Joachim von Lichtenhayn verkaufen. Im Zuge der Reformation 1540 wurde das im Bauernkrieg 1524–1526 schwer verwüstete Kloster Vitzenburg endgültig aufgehoben. Nickel und Valten von Lichtenhayn ließen von 1574 bis 1587 die zum Teil abgebrannte Vorburg wieder auf- und umbauen. Unter Valten von Lichtenhayn erfolgte 1586/87 der Umbau der Burg Vitzenburg zum zweiflügeligen Renaissanceschloss mit Treppenturm.

Die Söhne des Nickel von Lichtenhayn, waren durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges und die dadurch entstandene Schuldenlast genötigt, das Schloss Vitzenburg an den Obrist-Lieutenant Hans Heinrich II. von Heßler, Herr auf Burgheßler und Balgstedt, abzutreten.
1695 ließ Kriegskommissarius Georg Friedrich von Heßler den Nordflügel des Schlosses in barocken Formen erweitern. Von 1764 bis 1767 wurden das gesamte Schloss und das ehemalige Kloster unter Leitung des Landkammerrates Friedrich Moritz von Heßler im Barockstil umgebaut.
Nach dem Tod des Landkammerrat Friedrich Moritz von Heßler auf Vitzenburg erbte Graf Heinrich Moritz I. von der Schulenburg das Schloss. Nach 1843 ließ Graf Heinrich Moritz II. das Schloss unter Wahrung der Grundform im Stil der Neorenaissance und des Neobarock umbauen. Der Architekt Max Wallenstein führte von 1880 bis 1884 weitere Umarbeiten am Schloss durch.
Mit dem Tod von Werner Christoph Daniel Graf von der Schulenburg-Heßler, Fideikommissherr auf Vitzenburg, am 17. Juni 1930 starb das Haus von der Schulenburg auf Vitzenburg in männlicher Linie aus. In seinem Testament von 1925 hatte er seine Tochter Auguste Marie Anna Freifrau von Münchhausen als Alleinerbin eingesetzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Augustes Ehemann Rembert Freiherr von Münchhausen, Herr auf Vitzenburg, auch nach dem Abzug der amerikanischen Besatzungstruppen weiterhin auf seinem Schloss. Durch die sowjetischen Besatzungstruppen wurde er verhaftet und in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald verbracht, wo er am 14. Juli 1947 starb. Der Grundbesitz der Familie von Münchhausen auf Vitzenburg, Steinburg und Herrengosserstedt wurde enteignet und an Neubauern und Landarbeiter aufgeteilt. Die Güter wurden durch einen Treuhänder verwaltet.
Das Schloss wurde zum Schulgut umfunktioniert und hier ein Jugendheim eingerichtet. Es diente eine zeitlang als Ausbildungsstätte für Lehrer, die später Lehrlinge in der Landwirtschaft unterrichten sollten. 1948 wurde die „Landwirtschaftsschule Vitzenburg mit angeschlossenem Provinzialschulgut“ gegründet. Als die Schule auszog wurde das Schloss Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie und am 11. Dezember 1969 feierlich übergeben.

1996 wurde das psychiatrische Fachkrankenhaus geschlossen und stand leer. Ein Architekt kaufte Schloss Vitzenburg noch im selben Jahr von der Treuhandanstalt für eine Deutsche Mark.
Der Park, die Außenanlagen und Weinberge wurden durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder hergerichtet und zugänglich gemacht.
Wegen Insolvenz wurde das Schloss Ende Juni 2004 für 395.000 Euro zwangsversteigert.
Im Jahr 2013 war das Schloss Drehort für den Film Bibi & Tina. Regisseur Detlev Buck wählte es als Kulisse für das fiktive Schloss Falkenstein aus. Auch in den Fortsetzungen Bibi & Tina: Voll verhext! (2014), Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs (2016) und Bibi & Tina: Tohuwabohu Total (2017) wurde auf Schloss Vitzenburg gedreht. Quelle Wikipedia

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