Munitionsfabrik Hirschhagen

Im Jahr 1936 wurde mit dem Bau der Munitionsfabrik Hessisch Lichtenau zur Verwertung chemischer Erzeugnisse begonnen.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde Fabrik im Juni 1938 in Betrieb genommen. Der Deckname des einer strengen Geheimhaltung unterliegenden Komplexes lautete Friedland.
Die Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau war nach den Sprengstoffwerken in Allendorf die zweitgrößte im damaligen Deutschen Reich. Zwischen 1938 und 1945 wurden rund 135.000 Tonnen TNT und 7.000 Tonnen Pikrinsäure produziert und weiterverarbeitet und Zünder und Sprengkapseln mit angelieferten Nitropenta befüllt. Das Werksgelände umfasst eine Fläche von 233 ha mit insgesamt 399 Gebäuden. Neben den Produktionsgebäuden für die Sprengstoffe gab es Füllstellen für Munition, Lagerstätten, Laboratorien, Werkstätten sowie unter anderem auch zwei eigene Kraftwerke für die Stromversorgung. Zum Transport diente eine 17 km lange Werksbahn mit Anschlussbahnhof zur Bahnstrecke Kassel–Waldkappel.
Neben deutschen Dienstverpflichteten mussten auch zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter sowie KZ-Häftlinge in der Fabrik arbeiten. Die Arbeit in der Sprengstoffproduktion und -verfüllung war recht gefährlich, und es kam im Lauf der Jahre zu zwölf dokumentierten Explosionsunglücken mit zahlreichen Toten. In der Umgebung der Fabrik entstanden zehn Lager zur Unterbringung der Arbeitskräfte und KZ-Häftlinge. Für die leitenden Angestellten wurde die noch heute erhaltene Siedlung Fürstenhagen im Stil der Heimatschutzarchitektur gebaut.
Erst zwei Tage vor dem Einmarsch der US-Armee Anfang April 1945 wurde die Produktion im Werk eingestellt. Die Gebäude wurden trotz eines 14 Tage vorher eingegangenen Führerbefehls nicht gesprengt, der vorhandene Sprengstoffvorrat aus Sicherheitsgründen nicht verbrannt ,wohl aber sämtliche Unterlagen zur unmittelbaren Herstellung und Produktion von Sprengstoff.
Das Lager Vereinshaus wurde ebenfalls zwei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner aufgelöst, die Überlebenden wurden wieder in Viehwaggons eingepfercht und in Richtung KZ Buchenwald deportiert. Im überfüllten KZ Buchenwald wurde jedoch die Aufnahme verweigert und der Transport ging weiter in Richtung Osten.
Nach 14-tägigem Todesmarsch ohne Nahrung und mit unzureichender Kleidung wurden die Überlebenden der Shoah und Sklavenarbeit in Hirschhagen schließlich in Wurzen bei Leipzig (Sachsen) von den US-Amerikanern befreit.
Heute ist es ein Gewerbegebiet. Auf dem Gelände sind Gebäude verteilt. Dazwischen stehen Ruinen. Es gibt abgesperrte Bereiche und Relikte im Wald.
Quelle Wikipedia und HNA Regiowikki

 

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