Heeresversuchsanstalt K.

Heeresversuchsanstalt

Die Geschichte der Heeresversuchsanstalt K. beginnt mit der Errichtung eines Artillerieschießplatz für die Artillerieprüfungskommission 1874.

Mit der Ausweisung eines ca. 800 ha umfassenden Gebietes inmitten des größtenteils der öffentlichen Hand gehörenden Forstes wurde im Jahre 1875 der Grundstein für eine der bedeutendsten militärischen Entwicklungs- und Erprobungsstätten in Deutschland gelegt. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung war ein Ausbau des Geländes bis zu einer Größenordnung von ca. 2500 ha erforderlich.

Die Wehrmacht betrieb auf dem Gelände bis 1945 ein Entwicklungs- und Erprobungszentrum für neue Waffensysteme und Ausrüstung. Auf diesem Gelände wurden umfangreiche Versuchsreihen zur militärischen Ausrüstung auf den Gebieten der Artillerie, der Heeresbewaffnung, der Kraftfahrzeugerprobung, der Pionier- und Eisenbahnpioniertechnik, der Raketenentwicklung und -erprobung sowie der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Atomphysik durchgeführt. So entwickelte hier unter anderem Wernher von Braun – bis zur Verlegung nach Peenemünde 1936 – die Flüssigkeitsraketentriebwerke A1 und A2. Aus Platzgründen konnten selbst jedoch keine größeren Raketen gestartet werden. Ab 1939 wurde auf dem Gelände auch am Uranprojekt gearbeitet.
Neben einem großen Schießplatz (2 Schießbahnen: West ca. 7 km, Ost knapp 13 km) befand sich hier u.a. die Versuchsstelle Gottow und die Kraftfahrversuchsstelle (Verskraft) des Heeres, auf der neben anderen Fahrzeugen alle Prototypen der deutschen Panzerkampfwagen sowie Beutepanzer getestet wurden.
Die anschließende Nutzung des ehemaligen Kasernen- und Versuchsgeländes durch die sowjetischen Streitkräfte und der Ausbau dieses Standortes als Ausbildungsstätte für Logistik der GSSD erforderte damit auch weiterhin die ständige Deklarierung des Geländes als Sperrgebiet. Das ermöglichte den teilweisen Erhalt von zahlreichen historischen Objekten.

Erst mit dem Abzug der Streitkräfte im Jahre 1994 ist es möglich, intensive militärhistorische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der ehemaligen Heeresversuchsstelle K. zu betreiben.

 

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