Gutshof Deubachshof

Volkseigenen Gut (VEG) Deubachshof

Das Volkseigenen Gut (VEG) Deubachshof ist ein ehemaliges landwirtschaftliches Gut und Industriegebiet im Gebiet der Gemeinde Krauthausen im Wartburgkreis in Thüringen.

Seit dem Mittelalter war der heutige Deubachshof und die zugehörigen Ländereien dem Amt Creuzburg zugehörig.
Das Lehensrecht übte bis zur Verstaatlichung, Einziehung von Kirchengütern, das Kloster Hersfeld aus. Die in Stedtfeld ansässige Adelssippe der Hovemeister waren vermutlich die Begründer des Deubachshofes.
Seit dem 16. Jahrhundert befand sich der Gutshof sich im alleinigen Besitz der Familie von Boyneburgk zu Stedtfeld. Auf dem Deubachshof wurden allerdings Pächter eingesetzt während die Familie meist in ihren Stedtfelder Schlössern wohnten. Der Kriegsveteran August von Boyneburgk gehört zu den bekanntesten Besitzern. Ihm wurde ein Denkmal gewidmet das sich auf dem Hörselberg westlich vom Gutshof befindet.

Die bereits vor dem 2.Weltkrieg begonnenen Vorbereitungsarbeiten an der Autobahntrasse zwischen Herleshausen und Eisenach hatten den Deubachshof noch nicht betroffen, jedoch befand sich am benachbarten Ramsborn bei Eisenach ein Sonderlager mit Quarantänestation für Kriegsgefangene. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die im Eisenacher Kasernengelände Am Ludendorfwall (etwa 2 km östlich) untergebracht waren mussten während des Krieges in der Landwirtschaft „aushelfen“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der Enteignung der Großgrundbesitzer, verließen die Boyneburgks ihre thüringischen Besitzungen. Zunächst wurden Neubauern und Flüchtlinge auf dem Deubachshof untergebracht. Deubachshof wurde nach 1945 ein Volkseigenes Gut.
Ein volkseigenes Gut war Volkseigentum und landwirtschaftliches Gegenstück zum volkseigenen Betrieb (VEB).Es handelte sich hierbei, im Gegensatz zur Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), um Landwirtschaftsbetriebe in staatlichem Eigentum.
Ein in der Nähe befindliche Straße wurde von den Siegermächte des Zweiten Weltkrieges in Europa (Sowjetunion, USA ,Großbritannien Frankreich) zur Transitstraße von der BRD nach West-Berlin bestimmt und erhielt somit eine enorme strategische Bedeutung.

Nach dem Mauerbau im August 1961 war der Besuch des Deubachshofes nur noch mit Passierschein gestattet, da er sich in der 5-km-Sperrzone befand. An der Straße von Eisenach nach Creuzburg befand sich zunächst ein mit Schlagbaum versehener Posten der Grenzpolizei, er wurde nach 1975 an die Straßenkreuzung beim Deubachshof verlagert und diente auch der Überwachung des Transitverkehrs.

Als Folge der Grenzöffnung im November 1989 wurde der Deubachshof wieder aus dem Sperrgebiet entlassen. Das ursprüngliche Gehöft Deubachshof wurde durch die Randlage als Landwirtschaftsbetrieb unbrauchbar und wurde zum Verkauf angeboten. 2016 verkaufte die Gemeinde Krauthausen den verfallenen früheren Gutshof an einen benachbarten Industriebetrieb, der den Abriss der historischen Bausubstanz plant.

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