Grenzübergang

Grenzübergang

Es ist Sonntag der 12.November 1989 gegen 6 Uhr. Vor 3 Tagen wurden die Grenzen zum Westen geöffnet.

Wir fahren mit unsern Trabi in Richtung Grenze. Nebel liegt über dem Land. Die Scheinwerfer des Trabis haben Mühe den Nebel zu durch schneiden. Ein flaues Gefühl über kam uns, denn wir hatten kein Visum (Stempel im Ausweis) für die Ausreise in die BRD. Einige wenige Kilometer vor der Grenze dann ein Kontrollpunkt der Grenzer. Alles hell beleuchtet, wir fuhren an den
Kontrollpunkt ran und erhielten dort den Stempel für unsere Ausreise. Eine Hürde war geschafft. Weiter ging es durch den Nebel in Richtung Grenzübergang. Als unser Trabi
die steile Anfahrt geschafft hatte, sahen wir zum ersten mal einen Grenzübergang. Ein etwas unwirklichern Anblick. Im dichten Nebel war die Straße und auch der
Gernzübergang hell beleuchtet. Grenzsoldaten standen an den Duchfahrten. Langsam tuckerte unser Trabi auf die Durchfahrten zu. Das Herz klopfte bis zum Hals. Ein Grenzer
zeigte uns mittels winken an welche Durchfahrt wir nehmen sollen. Als wir am Schalterfenster hielten kam ein Grenzer zum Autofenster. Er sammelte unsere Personalausweise
ein um sie zu kontrollieren. Diese wenigen Minuten waren eine Ewigkeit. Hunderte Gedanken flogen durch unsere Köpfe. Die Hände zitterten vor Aufregung, der Puls raste.
Dann bekamen wir unsere Ausweise zurück und er deutete an, das wir weiter fahren konnten Richtung Westen. Ein Stein fiel uns vom Herzen und unser Trabi fuhr mit uns zum
ersten mal in den Westen.
Heute ist der Grenzübergang Geschichte, es gibt nur noch einige Reste der Anlage, ein Wachturm und ein unvollendeter Backsteinbau für geplante Büroräume der
Passkontrolle, des Zolls und der Grenztruppen sind zusehen. Auf der bayerischen Seite befindet sich auf einem Parkplatz – gegenüber der nicht mehr vorhandenen westdeutschen
Grenzübergangs – eine Sammlung von Grenzsperranlagen.

 

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