Die verlassene Tuchfabrik Gebr. Pfau

Tuchfabrik

Friedrich Pfau gründete 1859 in Crimmitschau eine Handweberei. Aus der Später die Tuchfabrik hervor ging.

20 Jahre später wurde ein neue und größere Fabrik mit Kesselhaus und Schornstein errichtet. In diesen Betrieb konnten alle Schritte für die Produktion einer Tuchfabrik durchgeführt werden. Das heißt von der Anlieferung der Rohstoffe (Wolle, Zellwolle) deren Verarbeitung zu Garn , weben des Stoffes bis zur Verpackung wurde alles an einen Ort erledigt.
Leider wurde im Jahr 1899 ein Großteil der Fabrik durch ein Feuer zerstört. Die Söhne Otto und Adolph Pfau übernahmen die Firma und bauten sie unter den Namen “Gebr. Pfau” wieder auf.
1903 kam es zum Crimmitschauer Streik an dem sich auch die Arbeiter der Pfau’schen Tuchfabrik beteiligten.

In den Jahren 1910 bis 1916 wurde das Betriebsgelände durch Zukauf der Spinnerei und Färberei Zeiner & Schumann vergrößert.
Im Ersten Weltkrieg wurden für das Militär Stoffe und Tuche hergestellt.
In den Jahren 1920-1930 wurde aus den Familienbetrieb eine offene Handelsgesellschaft und dann in eine Kommanditgesellschaft. Damit wurden Investitionen in den Maschinenbestand möglich.
Mit Werner Pfau, dem Sohn von Adolph Pfau, als Technischem Leiter und Geschäftsführer wurde die Firma 1930 wieder ein Familienunternehmen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Militärtuchen ausgeweitet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde die Fertigung nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen, vorrangig für Reparationslieferungen an die Sowjetunion.
Für den heimischen Bedarf an Tuche für die Herren- und Damenoberbekleidung, wie Mantel- und Anzugstoffe sowie Kostüm- und Rockstoffe konnte man ab 1947 wieder erzeugen.
Wie viele andere Betriebe in der DDR wurde auch die Tuchfabrik 1972 in Volkseigentum überführt. Aus der Gebr. Pfau KG wurde der VEB Modetuche.
Im Jahre 1976 wurde alle Crimmitschauer Textilfabriken zum Werk 7 des VEB Volltuchwerke Crimmitschau vereint. Es wurden vor allen Mischgewebe hergestellt auch Stoffe für Jeans kamen später dazu.

Die politische und auch wirtschaftliche Wende in der DDR führte zu Schwierigkeiten in der Produktion so das 1990 die Herstellung eingestellt wurde. Das gesamte Fabrikensemble inklusive der Maschinenbestände wurden unter Denkmalschutz gestellt.
Heute kann man sich dieses eindrucksvolle historische Fabrik ansehen.
Quelle Wikipedia

Sächsisches Industriemuseum

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