Der Oertelsbruch

Mitten im Thüringer Schiefergebirge findet man das Städtchen Lehesten. In der Nähe sich der Oertelsbruch befindet.

Den Namen dieses Schiefertagebau geht auf die Unternehmerfamilie Oertel zurück.
Die Unternehmerfamilie Oertel erwarb 1850 einige Brüche. Der heute als Oertelsbruch bekannte Bruch ist ein Zusammenschluss vieler einzelner Brüche, die Oertel über die Jahre erworben hatte. Die Lehestener Tagebaue (wozu der Oertelsbruch und der Staatsbruch zählen) gelten bis heute als die umfangreichsten Schiefertagebaue des europäischen Festlands.
Im ersten Weltkrieg und während der Weltwirschaftskrise kommt der Schieferbergbau nahezu zum Erliegen.
Im Jahre 1943 wurde der Steinbruch von der SS beschlagnahmt und das KZ-Außenkommando “Laura” errichtet. Dies führte zum vollständigen Ende des Abbaus.
Der Oertelsbruch sollte als Fertigungs- und Lagerstätte für V2-Raketen dienen.Das KZ-Außenkommando Laura umfasste bis zu 1.227 Kriegsgefangene, die als Zwangsarbeiter im Oertelsbruch tätig waren. Die V2-Raketen wurden hier hauptsächlich getestet, etwaige Mängel behoben und für den Versand bereitgestellt.
Die sowjetischen Besatzungsmacht demontierte die Anlagen und das Stollensystem wurde gesprengt. Bereits 1945 entstand der “VEB Vereinigte Thüringer Schiefergruben” (VTS) unter dessen Führung der über- und untertägige Abbau von Schiefer wieder begann und bis in die 1960er Jahre fortgesetzt wurde. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Bruch von der Gesellschaft “Vereinigte Thüringische Schiefergruben GmbH” wieder in Betrieb genommen. Bis Januar 2009 wurden Übertage Dach- und Plattenschiefer abgebaut. Seit der Schließung verfällt das Gelände.

 

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