SS-Brotfabrik

Häftlinge des KZ Sachsenhausen bauten 1939 für die “Deutschen Ausrüstungswerke” der SS eine moderne Brotfabrik.

Diese wurde aber erst 1941 aufgrund kriegsbedingter Engpässe bei der Materialbeschaffung in betrieb genommen. Etwa ein halbes Jahr später wurde die Brotfabrik von der Deutschen Lebensmittel GmbH übernommen, die das KZ Sachsenhausen und weiter Einheiten und Dienststellen der SS in Oranienburg, Berlin und Umgebung belieferte.
Im Backbetrieb und Brotversand arbeiteten etwa 80 Häftlinge aus verschiedenen Ländern. Täglich mussten sie vom Hauptlager zur Fabrik marschieren. 1943 erfolgt die Unterbringung im Außenlager Klinkerwerk. Mit der Einführung des Schichtbetriebes, der Arbeitszeitverlagerung und der Aufstellung zweier Feldbacköfen steigerte sich 1944 die Tagesproduktion von 30000 auf etwa 40000 Brote. Beliefert wurden nun auch die KZ Mittelbau-Dora, Groß Rosen und Ravensbrück.
Nach der Befreiung 1945 nahmen Soldaten der Roten Armee die ehemalige SS-Brotfabrik vorübergehend in Betrieb, um die kranken und schwachen Überlebenden im Lager Sachsenhausen versorgen zu können. 1946 wurde der Betrieb von der Konsumgenossenschaft Kreis Niederbarnim übernommen und nach An-und Umbauten als Konsum-Großbäckerei Oranienburg von 1948 bis 1991 weitergeführt. Ein Feuer am 4.September 1994 zerstörte Teile im Außenbereich der ungenutzten denkmalgeschützten Brotfabrik. Quelle Infotafel

 

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